In der Altstadt von Eisenerz entsteht ein Museum für Mineralien.

Gebäudegeschichte und Planung / architecture

Vordernbergerstrasse 1, Frühjahr 2016
Vordernbergerstrasse 1, Frühjahr 2016

Architektur / Architecture

 

Das Bauwerk stammt als eines der ältesten Gebäude der Stadt aus dem 15. Jahrhundert. Es wurde unter anderem als Wohngebäude, Schusterei und Geschäft genutzt und stand zuletzt lange leer. Ein Brand hat den Dachstuhl stark beschädigt, sodass das gesamte Dach erneuert werden muss.

Die Hauptstiege wird zur besseren Raumausnutzung und Erschließung der oberen Geschosse in den hinteren Teil des Gebäudes verlegt. Von dort aus hat man eine beeindruckende Aussicht auf die Oswaldikirche.

 

Das Mauerwerk bleibt dort, wo es möglich ist, als Sichtmauerwerk erhalten. Es wurde Stein für Stein errichtet und hat seine eigene Geschichte zu erzählen. Zum Beispiel befindet sich im seitlichen Zubau eine gemauerte Esse - ein alter Rauchabzug. Aus der Lage, wenige Meter vom Trofengbach entfernt, könnte man schließen, dass hier vor langer Zeit einmal Eisen geschmiedet wurde.

 

Die Bauinschrift oberhalb der Tür gibt uns noch Rätsel auf: C 1764 R. C und R müssten die Initialen eines Vorbesitzers sein, 1764 die Jahreszahl einer Renovierung. Wenn man die Aufzeichnung der Besitzfolge betrachtet, welche Franz Ritzinger bei der Übernahme des Hauses von den Betreibern des Stadtmuseums bekommen hat, findet man einen Georg Rauter. Der Nachname und die Zeit stimmen genau überein.

Im alten Mauerwerk wurden nach der Freilegung unter dem Putz zahlreiche Gesteinsarten aus der Region, wie zum Beispiel der grünliche Werfener Schiefer oder der rosafarbene Sauberger Kalk sichtbar.

Die edlen Kristalle kommen in Sammlervitrinen die Franz Ritzinger selbst entworfen und gebaut hat. Bis zur Eröffnung des Museums im kommenden Jahr sind seine Fundstücke noch im Stadtmuseum am Bergmannsplatz zu besichtigen.

 

Das Baustellenplakat mit Infos zum Gebäude und dem Bauvorhaben hängt seit September im Fenster der Vordernbergerstrasse 1 :

Baustellenplakat Eva Pils
Baustellenplakat Eva Pils

www.eisenbluete.at foto franz ritzinger
www.eisenbluete.at foto franz ritzinger

DIE MOTIVATION ZUM STEINESAMMELN von Franz Ritzinger

 

Ich, Franz Ritzinger, bin in der schönen Bergstadt Eisenerz im Jahre 1969 zur Welt gekommen.

Mein Vater war gelernter Bergmann und somit wurde auch mir schon die Suche nach schönen Steinen in die Wiege gelegt.

Schon in frühen Jahren war ich fast jedes Wochenende mit der Suche und dem Schleifen von Mineralien beschäftigt.

Der Erzberg wurde zu meinem Hausberg und ich kannte bald jeden Meter am Berg. Mit der Zeit kamen immer neue Suchorte hinzu. In Hieflau suchte ich nach Schnecken, in der Unterlaussa nach Fluorit und mit 15 Jahren war ich das erste Mal am Sonnblick.

Ein Jahr später war ich eine Woche mit meinem Zelt auf der Insel Elba, um nach seltenen Steinen zu suchen. Seit 1997 fahre ich in die Schweiz und versuche mein Glück in Graubünden. Die schönsten und besten Funde habe ich immer in meine Sammlung aufgenommen. Ich bin stolz darauf, dass ich nie gute Stücke getauscht oder verkauft habe. Mittlerweile besitze ich eine einmalige Sammlung rund um den Erzberg.

Meine Motivation ist noch immer ungebrochen.

Glück Auf

Franz Ritzinger

www.eisenbluete.at

 


Plakatdetail EP
Plakatdetail EP
Frühjahr 2016
Frühjahr 2016

Planung

Ich, Eva Pils, bin ebenfalls in Eisenerz aufgewachsen und habe mich schon während meines Studiums mit der interessanten Stadtentwicklung von Eisenerz befasst. Es freut mich deshalb sehr, das Museum für - und gemeinsam mit - Franz Ritzinger planen zu dürfen. Das Haus wird mit viel persönlichem Einsatz, mithilfe professioneller Firmen aus der Region und auch mit der tatkräftigen Unterstützung seiner Freunde renoviert. Wieder ist ein Gebäude weniger dem Verfall preisgegeben und bleibt als zukünftiger lebendiger

Anziehungspunkt für die Altstadt und historischer Bestandteil für die Geschichte von Eisenerz erhalten.